Bleckkirche

Der Altar in der Bleckkirche
FOTO: CORNELIA FISCHER

Fast wie ein Stall


„Die neue Kirche steht auf schlechtem Untergrund, die Fundamente sind äußerst schlecht ausgeführt, die Steine großenteils nicht genug gebacken und mit Mörtel fast nur aus Sand vermauert. In den Tagen ihres Lebens hätten sie noch nicht eine so lumpe und unbeständige Arbeit gesehen. Die Kirche ist simpel und einfältig, fast wie ein Stall.“ Das ging ja gut los mit der Bleckkirche, anno 1735, als die Maurermeister Evert Bitter und Henrich Hilßmann diese Erklärung eidesstattlich beurkunden ließen. Zudem war auch noch der Standort eher unglücklich gewählt. Durch die Hochwasser der Kleinen Emscher, so wusste man bereits vor Baubeginn, würde die Kirche oft etliche Wochen unter Wasser stehen. Später kam noch dazu, dass Kühe, Schweine und Gänse auf den Wiesen ringsum grasten, mitunter durch ihr Geschrei „die Andacht störten“ oder sogar durch die beim Gottesdienst offene Tür hineinspazierten…


Bis heute gibt es Tiere in unmittelbarer Nachbarschaft der Bleckkirche: Elefanten, Bären, Leoparden, Giraffen – was eben in Alaska, Afrika und Asien lebt. Der damals so unglückliche Standort stellt sich heute, gut 270 Jahre später, als Glücksfall dar. Wo gibt es schon direkt am Haupteingang eines Zoos eine evangelische Kirche? Wer rauskommt aus der Hitze Afrikas oder der Hektik Asiens, geht gerne mal „nach gegenüber“, findet Stille, Kühle und Andacht in dem schlichten, wunderschönen Gotteshaus.


In den Monaten April bis Oktober ist die Bleckkirche samstags und sonntags von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Der „Arbeitskreis Offene Bleckkirche“ möchte diese Öffnungszeiten ausdehnen und heißt weitere Mitglieder herzlich willkommen.


Die Bleckkirche ist Standort der Kulturarbeit des Kirchenkreises Gelsenkirchen und Wattenscheid. In Theateraufführungen, Konzerten, Ausstellungen und mehr findet ein spannender Dialog zwischen Kirche und Kultur statt. KB


Seniorenbüro


Mittagstisch


Fördervereine


Veranstaltungen in
der Bleckkirche